Katharina von der Gathen zeigt bei den Ambulanten Hospizdiensten Rhein-Lahn, wie selbstverständlich Kinder und Erwachsene über Tod und Sterben sprechen.

Tod und Sterben sind keine leichten Themen und doch gehören sie untrennbar zum Leben. Oder wie Katharina von der Gathen sagen würde: „Der Start ins Leben ist mindestens so spektakulär wie das Ende“. Wie selbstverständlich, humorvoll und sogar leicht der Umgang damit sein kann, zeigte ihre Lesung bei den Ambulanten Hospizdiensten Rhein-Lahn in Nassau. Im Rahmen der Ausstellung „Ach Mensch. Was bleibt?“ stellte die Autorin ihr preisgekröntes Kinderbuch „Radieschen von unten“ vor. Der Raum war bis auf den letzten Platz gefüllt; mit einigen Kindern und rund dreimal so vielen Erwachsenen.

Von der Gathen nahm ihr Publikum mit auf eine ebenso informative wie unterhaltsame Reise rund um Sterben, Tod und Abschied. Sie fragte die Kinder nach eigenen Erfahrungen, sammelte Redewendungen wie „ins Gras beißen“ oder „den Löffel abgeben“ mit den Kindern und las aus ihrem Buch. Begleitet wurde die Lesung von den farbenfrohen und humorvollen Illustrationen von Anke Kuhl. Dabei wurde immer wieder deutlich, wie wichtig es ist, auch mit Kindern offen über Tod und Trauer zu sprechen. Für ihr Buch hatte von der Gathen unter anderem mit Palliativfachkräften, einem Bestatter, Trauerbegleitenden und einer Pfarrerin gesprochen. Ihre Botschaft: Jedes Leben ist anders und ebenso unterschiedlich sind Sterben, Trauern und Abschiednehmen. „Uns ist wichtig, Tod und Sterben aus der Tabuzone zu holen und Räume zu schaffen, in denen Fragen erlaubt sind“, betonte die Vorsitzende der Ambulanten Hospizdienste Rhein-Lahn, Jennifer Ingmann. Dieser Nachmittag hat gezeigt, dass das auch mit Leichtigkeit, Neugier und sogar Lachen möglich ist.

Zum Abschluss konnten die Kinder Totenmasken aus Mexiko mit nach Hause nehmen, um sie zu bemalen. Außerdem gab es für die Gäste echte und selbst gehäkelte Radieschen als Erinnerung an einen außergewöhnlich lebendigen Nachmittag über ein Thema, das uns alle betrifft. Die Lesung war Teil des Rahmenprogramms der Ausstellung „Ach Mensch. Was bleibt?“, die noch bis zum 22. November in der evangelischen St. Kastorkirche in Dausenau zu sehen ist.

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